Universal-Maschinengewehr Modell 42

 

Allgemeines:

Um eventuelle Verwirrung zu vermeiden, sei zunächst gesagt. Die genaue Bezeichnung der Waffe lautete, Universal-Maschinengewehr Modell 42. Im Verlauf des Artikels wird, um des Verständnisses und auch der Kürze wegen, nur noch die allgemein bekannte Bezeichnung MG-42 verwendet werden.

 

Als man das Universal-Maschinengewehr Modell 34 (MG-34) einführte, musste man bereits nach kurzer Zeit feststellen, das die Waffe im Einsatz noch große Mängel aufwies. Trotzdem es als leichtes und schweres Maschinengewehr bei der Infanterie, sowie als koaxiales Maschinengewehr in Fahrzeugen und zur Fliegerabwehr auf Einzel- und Zwillingslafette genutzt werden konnte, bewährte es sich nicht wie man es zunächst erwartet hatte. Besonders unter extremen Bedingungen wie Schlamm, Staub, Kälte und Eis war die Funktionssicherheit häufig nicht mehr gegeben. Außerdem war die Fertigung sehr zeit- und kostenaufwendig, so das die Waffe nicht in ausreichenden Stückzahlen hergestellt und an die Truppe geliefert werden konnte. Aus diesem Grund erklärte das Heereswaffenamt bereits begonnene Waffenentwicklungen zur höchsten Dringlichkeitsstufe.

Schon im Jahre 1937 hatte man drei Firmen damit beauftragt, Maschinengewehre zu konstruieren die modernsten technischen und taktischen Gesichtspunkten entsprachen. Des weiteren sollte die Herstellung so einfach wie möglich gehalten werden, weshalb die Einzelteile hauptsächlich in spanloser Fertigung hergestellt werden sollten. Die drei Firmen waren zum einen die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik (heute Rheinmetall), dann die Stubgen AG sowie mit der Metall- und Lackierwarenfabrik Johannes Großfuß AG, ein damals auf diesem Gebiet noch unbekanntes Unternehmen, das aber auf Metallpräge- und Stanztechnik spezialisiert war. Nachdem die drei Unternehmen 1938 ihre Testwaffen vorgestellt hatten und diese erprobt wurden, entschied man sich für das Modell der Johannes Großfuß AG.

Das vierte Testmuster der Firma von 1939, mit der Bezeichnung Modell 39, kam dann zur Truppenerprobung. Die Waffe wurde später nochmals verbessert und erhielt vom Konstrukteur die Bezeichnung Modell 39/41. Das Oberkommando des Heeres ordnetet daraufhin an das 1500 dieser Waffen unter Gefechtsbedingungen getestet werden sollen. Im Jahre 1942 wurde die Waffe wiederum verbessert und dann, nun als Universal-Maschinengewehr Modell 42 (MG-42) bezeichnet, als Standardwaffe in die Ausrüstung der Truppe übernommen. Dieses Modell wurde dann erstmals im Mai 1942 gegen britische Truppen in Tunesien eingesetzt.

Mit dieser Konstruktion hatte man nun im Vergleich zum MG-34, zum einen die Fertigungszeit einer Waffe von 150 auf 75 Arbeitsstunden senken können, sowie die Fertigungskosten von 312 auf 250 RM (Reichsmark). Zudem erhöhte sich der Ausstoß an Waffen vom Herbst 1941 von monatlich 3000 Stück auf 24000 Stück Anfang 1944. Es sollen etwa 352000 bis 400000 MG-42 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges gefertigt worden sein.

 

Technisches:

Das MG-42 ist ein zuschießender, luftgekühlter Rückstoßlader mit kurz zurückgleitendem Lauf und einem damals völlig neuartigem Rollenverschluss. Der Verschluss verriegelt mit zwei durch Zapfen nach außen gedrückte Rollen in der Laufverlängerung. Die Hauptteile der Waffe sind Gehäuse mit Visiereinrichtung, Lauf mit Verriegelungsstück, Zuführer, Griffstück, Schloß und Schließfeder, Spannschieber und das Bodenstück mit Kolben. Die mechanischen Visiereinrichtungen für den Erdkampf oder die Luftzielbekämpfung sind auf dem Gehäuse befestigt. Das Schiebevisier kann von 200 m bis 2000 m Entfernung eingestellt werden, das Fliegerabwehrvisier wird einfach hochgeklappt. Als leichtes Maschinengewehr auf Zweibein beträgt die maximale Einsatzschußweite 800 m, als schweres Maschinengewehr auf Dreibein etwa 2200 m. Bei direktem richten auf der Rücklauflafette können Ziele bis auf 3000 m bekämpft werden, bei indirektem richten bis zu 3500 m.

Das MG-42 verschießt die 7,92 mm Mauser Patrone die aus Gurten von links zugeführt wird, die Hülsen werden nach rechts unten ausgeworfen. Ein Gurt von 50 Schuss wurde für das leichte Maschinengewehr, ein zusammengesetzter Gurt mit 250 Schuss für das schwere und das Fliegerabwehr-MG verwendet. Die theoretische Kadenz der Waffe beträgt 1500 S/min. Ein Nachteil der aus der hohen Kadenz resultiert ist allerdings die kurze Lebensdauer des Laufes. Anstatt der 5000 bis 6000 Schuss wie beim MG-34, war der Lauf beim MG-42 schon nach ungefähr 3500 bis 4000 Schuss am Ende. Später wurde die Innenwandung des Laufes verchromt, dies verlängerte die Lebensdauer ein wenig. Trotzdem wurde dieser bei längerem Dauerfeuer immer noch sehr heiss und musste ausgewechselt werden. Dieses war aber kein Problem und genau wie der Schlosswechsel auch, in kürzester Zeit mit wenigen Handgriffen erledigt.

Das Zweibein kann wahlweise vorne oder in der Mitte angebracht werden. Wird die Waffe auf Dreibein oder Lafette montiert so wird das Zweibein einfach unter dem Lauf eingeklappt und verbleibt in dieser Position. Das Stützsystem ist ähnlich oder sogar identisch dem des MG-34.

 

Schlusswort:

Das MG-42 wird als das beste Maschinenengewehr der Welt bezeichnet. Sachlich betrachtet hat es sich überaus bewährt, ob als leichtes oder schweres Maschinengewehr bei der Infanterie, ob eingebaut in Fahrzeugen oder als Fliegerabwehr-MG, sogar unter extremsten Bedingungen wie starker Verschmutzung und extremer Kälte war die Waffe überaus zuverlässig und konnte absolut überzeugen. Noch heute wird das MG-42 leicht verändert und umgestellt auf die NATO-Patrone 7,62 x 51 mm bei verschiedenen Militärs verwendet, bei der Bundeswehr zum Beispiel unter der Bezeichnung MG-3.

 

 

 

Daten

Kaliber:

Patrone:

V0:

Länge:

Lauflänge:

Züge/Richtung:

Feuergeschwindigkeit:

7,92 mm

7,92 x 57

750 m/s

1230 mm

530 mm

4/rechts

1500 s/min

Munitionszuführung:

Gurt 50 Schuss

Gurt 250 Schuss

Visierschussweite:

Einsatzschussweite:

Gewicht mit Zweibein:

2000 m

800 / 2200 m

11,60 kg

 

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