Selbstladepistole Modell P 08

 

Allgemeines:

Die Entwicklung der Selbstladepistole Modell P 08 führte über die Modelle 1900, 1902, 1903, 1904 und 1906. Die Grundkonstruktion und der Kniegelenkverschluß wurden von Hugo Borchardt entwickelt und später von Georg Luger überarbeitet. Die Gesamtkonstruktion wird auch als Parabellum-Pistole bezeichnet. Zunächst für das Kaliber 7,65mm eingerichtet, wurde die Waffe ab dem Modell P 08 mit einem Kaliber von 9mm hergestellt. Die ersten Waffen, die Hugo Borchardt entwickelte, wurden noch von der Firma Ludwig Löwe & Co. produziert. Die weiterentwickelte Pistole von Luger, stand zum ersten Mal im Jahr 1899 bereit und wurde von DWM gefertigt.  Das Modell P 08 ist offiziell im Jahr 1908 beim Heer eingeführt worden. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges 1918, sind etwa 1,5 Millionen Waffen des Modells P 08 für die deutschen Streitkräfte und den privaten Handel in Deutschland gefertigt worden.

Nach dem ersten Weltkrieg war die Produktion, aufgrund des Versailler Diktates, teilweise schwierig. Es durften z.B. keine Faustfeuerwaffen mit einem Kaliber größer als 8mm hergestellt werden. Oftmals wurden solche Waffen aber trotz des Verbotes illegal produziert. Das Militär und die Polizei hatten aber keine Probleme sich mit solchen Waffen auszurüsten, für sie standen noch genügend Pistolen aus der Produktion vor 1918 bereit. Nach dem letzten Staatsauftrag für DWM, über ungefähr 40000 Pistolen für die Reichswehr und die Polizei, der 1921 abgeschlossen war, stellten diese die Waffe nur noch für den Export her. Ab 1925 war es nur noch der Suhler Waffenfabrik Simson & Co. erlaubt, Parabellum-Pistolen zu produzieren. 1930 wurde die Produktion zu den Mauser-Werken nach Oberndorf verlegt und ab 1936, auf Veranlassung der Luftwaffe, zur Firma Heinrich Krieghoff nach Suhl.

Die von den Mauser-Werken hergestellte Pistole spielte eine tragende Rolle bei der Aufrüstung Deutschlands. Etwa 890000 Stück wurden an die Reichswehr und später die Wehrmacht geliefert. 30000 wurden an die Polizei geliefert und etwa 36000 Stück wurden auf dem zivilen Markt verkauft. Von 1934 bis 1942 wurden etwa 767000 Pistolen vom Heer, der Luftwaffe etwa 99000 Stück, sowie von 1940 bis 1942 von der Kriegsmarine etwa 8000 Stück beschafft. Der Aufwand und die Kosten bei der Fertigung waren sehr hoch. Und so wurde die P 08 schließlich von der Walther P 38 ersetzt, die ab dem Ende der dreißiger Jahre zur Verfügung stand.

 

Technisches:

Die Selbstladepistole P 08 ist ein Rückstoßlader mit kurz zurückgleitendem Lauf, Schlagbolzenzündung und Kniegelenkverschluß. Die Waffe wird über, gegen Steuerkurven laufende Scharnierknöpfe, entriegelt. Die Munitionszuführung erfolgt über ein Stangenmagazin mit 8 Schuss, das in das Griffstück von unten eingeführt wird. Gesichert wird die Waffe über einen Hebel an der linken Seite, eine Spannanzeige ist nicht vorhanden und die Ladeanzeige erfolgt durch den Auszieher. Die Visiereinrichtung besteht aus einer V-Kimme und einem vorne am Lauf seitlich eingeschobenen Dachkorn.

Obwohl durchaus zu ihrer Zeit sehr zuverlässig, hat die Waffe einige Nachteile. Der Abzug ist gegen Staub und Schmutz sehr empfindlich und der Verschluß kompliziert. Sie benötigt genauestens laborierte Munition, um den erforderlichen Gasdruck exakt zu erreichen. Ist der Rückstoß zu groß, kann der Verschluß schon entriegeln, bevor der Gasdruck auf einen für den Schützen und die Waffe sicheren Wert gesunken ist. Verklemmungen und Ladehemmungen sind dann oftmals nicht zu vermeiden.

 

Schlußwort:

Die Selbstladepistole P 08 war zu ihrer Zeit eine gute Konstruktion. Sie wurde in viele Länder exportiert und die ihre Vorgänger wurden sogar in die strukturmäßige Bewaffnung einiger Länder, wie z.B. in der Schweiz im Jahr 1900. Der Verschluß war aber zu kompliziert und die Munition mußte genau auf die Waffe abgestimmt sein. Als ihre Zeit gekommen war, wurde sie in Deutschland vernünftigerweise von der einfacheren und moderneren Selbstladepistole Walther P 38 abgelöst.

 

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Daten

 

Kaliber:

Patrone:

V0:

Länge:

Lauflänge:

Züge/Richtung:

9mm

9 x 19

320 m/s

220 mm

102 mm

6/rechts

 

Munitionszuführung:

Stangenmagazin mit 8 Schuss

 

Feuergeschwindigkeit:

Einsatzschussweite:

Gewicht ungeladen:

40 S/min

50 m

0,870 kg

 

 

 

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