Der Stahlhelm
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Allgemeines: Als im ersten Weltkrieg um die Jahre 1915/1916 herum, der Stellungskrieg zum Kriegsalltag wurde und auf beiden Seiten kaum Boden gewonnen werden konnte, wurde der Stahlhelm entwickelt. Der deutsche Stahlhelm hatte eine einzigartige Form, diese ist praktisch bis heute das Markenzeichen für den deutschen Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges. Der Stahlhelm M18 aus dem ersten Weltkrieg, wurde fast unverändert, lediglich mit einer neuen Innenausstattung, von der Reichswehr übernommen. Später wurde dieser dann für die neue Wehrmacht weiterentwickelt und im Jahre 1935 führte man den neuen Stahlhelm M35 ein. Der alte Stahlhelm blieb aber noch für längere Zeit in Verwendung, besonders bei Ausbildungseinheiten u.s.w. und während des Krieges bei z.B. Landsturmverbänden und dem Volkssturm. Versuche von 1943/1944 einen komplett neuen Stahlhelm, der eine günstigere und geschoßabweisende Form besitzen sollte, zu entwickeln, konnten nicht bis zur Einführung eines solchen Helmmusters vorangebracht werden. Es ist anzumerken das die Bezeichnungen "M18" oder "M35", keine amtlichen Bezeichnungen für die Stahlhelme waren, diese wurden lediglich in der Nachkriegszeit, in der Literatur als Hilfe zur Klassifizierung der Stahlhelme verwendet, sind aber heute allgemein gebräuchlich. Die amtliche Bezeichnung für den "Stahlhelm M35" war z.B. "Stahlhelm 35". Die Größennummern der Stahlhelme waren innen links im Nackenschirm eingeschlagen, Stempel des Beschaffungsamts waren innen oben in der Glocke. Beim Anpassen musste zwischen Kopf und Helmglocke etwa ein Finger breit Platz sein, dadurch wurden Verletzungen des Kopfes durch Einbeulung des Helmes bei Treffern von Splittern, oder ähnlichem verhindert. Der Kinnriemen durfte entweder unter dem Kinn festgemacht werden, oder aber er wurde über den Augenschirm gelegt.
Stahlhelm M18: Der Stahlhelm bestand aus etwa 1mm starkem Stahlblech. Der Augenschirm war fast waagerecht und ging an den Seiten in einer gerundeten Schrägung in den nach außen und unten gezogenen Nackenschirm über. Der nach innen umgebördelte Rand war etwa 5 mm breit. An den Seiten des Helmes waren Löcher mit einem Durchmesser von etwa 6 mm, an diesen waren Bolzen angebracht die einen Innendurchmesser von 1,4 mm und eine Länge von 8 mm hatten. Diese Konstruktion diente der Lüftung des Stahlhelms. Er hatte ein Gewicht von etwa 1180 bis 1380 Gramm und der Grundanstrich war mattgrau. Der Stahlhelm M18 wurde in fünf Größen hergestellt.
Stahlhelm M18
Stahlhelm M35: Die Grundform des M18 blieb auch beim M35 die selbe. Um Gewicht und Material einzusparen wurde die Helmglocke ein wenig verkleinert und der Nacken- und Augenschirm etwas gekürzt. Auch die Lüftungsbolzen fielen nun weg, stattdessen wurden flache Buchsen verwendet. Der Helm wurde damit 150 Gramm leichter, er wog jetzt abhängig von der Größe die der Soldat brauchte etwa 980-1180 Gramm. Er wurde in den fünf Größen 60, 62, 64, 66 und 68 hergestellt, diese waren allerdings durch die Innenausstattung nochmals variabel. Man erhielt so die Zwischengrößen Z61, Z63, Z65 und Z67. Der Stahlhelm passte jetzt für alle Kopfweiten von 50 bis 60 cm. Der Grundanstrich war mattgrau. Durch die Verfügung vom 08.02.1938 wurde die Innenausstattung die vom alten Stahlhelm übernommen wurde, durch stärkere Nieten, Verstärkung des Außenringes und Höhersetzen der Hängebleche abgeändert.
Stahlhelm M35
Stahlhelm M35/40: Wie schon beim Stahlhelm M35 angedeutet, wurde im Verlauf des Krieges nach und nach immer mehr Material eingespart und man versuchte die Herstellung einfacher und vor allem auch billiger zu machen. Nachdem die Buchsen für die Lüftungslöcher aufgebraucht waren, fielen diese nach einer Verfügung vom 26.03.1940 für die weitere Fertigung weg. Die Löcher wurden jetzt mit einem wulstartigem Rand geprägt. Diese Stahlhelme erhielten die Bezeichnung Stahlhelm 35/40.
Stahlhelm M42: Im Jahr 1942 fiel nach einer Verfügung vom 20 April die Bördelung des Randes weg, dafür erhielt der Nackenschirm eine 4 mm breite, nach außen gerichtete Versteifungskante. Diese Stahlhelme erhielten die Bezeichnung Stahlhelm 42. Anfang des Jahres 1944 wurde dann die Innenausstattung abgeändert und vereinfacht. Der Außenring fiel weg, der Innenring wurde dann direkt an der Glocke befestigt. Später wurde auch der Innenring weggelassen und der Kinnriemen wurde nun aus graugrünen Webgurten gefertigt. Die Splinte bekamen eine neue Form und das Innenleder wurde verkleinert, dadurch ergab sich eine weitere Materialersparung und Vereinfachung der Herstellung.
Der Anstrich: Alle Stahlhelme, jeglichen Modells, hatten ihren Grundanstrich, doch wurden während des Krieges neue Anstriche eingeführt. Zu Anfang des Krieges gab es keine Herlmüberzüge mit Tarnmuster, und so wurde die Tarnwirkung durch das Anstreichen der Stahlhelme erreicht. Anstriche waren z.B. mattfeldgrau und mattschiefergrau, oftmals wurde auch auf einen frischen Anstrich Sand oder Sägemehl aufgetragen, dadurch erhielt der Helm eine raue Oberfläche was die Tarnwirkung verstärken konnte. Bei Schnee wurden die Stahlhelme weiß angestrichen, zur Tropenuniform wurde ein oliv- oder sandfarbener Anstrich verwendet.
Abzeichen / Wappen: Ab 1933 wurden für die Wehrmacht neue und einheitliche Abzeichen eingeführt und die alten vom Reichsheer waren zu entfernen. Es waren hauptsächlich Abziehbilder überzogen mit einer Schutzlackierung. Teilweise wurde das Reichswappen am Anfang auch noch mit Lackfarbe aufgemalt. Beim Heer war auf der linken Seite das Hoheitswappen und auf der rechten Seite das Wappen mit den Reichsfarben "Schwarz-Weiß-Rot", beide in Schildform. Die Abzeichen hatten jeweils eine Höhe von 4cm und eine Breite von 3,3cm. Das Hoheitsabzeichen war ein Adler mit nach unten hängenden Flügeln, der auf einem auf der Spitze stehendem Hakenkreuz sitzt. Der Adler und das Hakenkreuz hatten die Farbe Silber, der Grund war schwarz. Das Reichswappen "Schwarz-Weiß-Rot" war schräg-rechts geteilt. Im späteren Verlauf des Krieges wurden die Wappen aus Gründen der Tarnung vom Stahlhelm entfernt.
Hoheitsabzeichen und Reichswappen |